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Start · Aus der Praxis29. Juli 2025

Habitatbaum im Schlosspark Haus

Was wie ein Sicherheitsrisiko wirkt, ist ein Schatz für die Artenvielfalt.

Laubkrone von unten

Wer diesen QR-Code gescannt hat, steht wahrscheinlich direkt neben der alten Linde im Schlosspark Haus. Was auf den ersten Blick wie ein alter, beschädigter Baum aussieht, entpuppt sich als wertvoller Lebensraum für viele Tiere — ein echtes Naturjuwel mitten unter uns.

Der Wipfel und einige große Äste sind abgestorben, der Stamm zeigt zahlreiche Spechtlöcher. Was für manche wie ein Sicherheitsrisiko wirkt, ist in Wahrheit ein echter Schatz für die heimische Artenvielfalt:

  • In den abgestorbenen Ästen hat im Frühling eine Starenschar in einer Spechtflöte gebrütet.
  • Eine ehemalige Schwarzspechthöhle dient vermutlich Dohlen als Zuhause.
  • Auch Baumläufer und Kleiber sind häufige Gäste.
  • Das besonnte, tote Holz ist Lebensraum für Insektenlarven — und damit für viele bedrohte Arten.

Warum alte Bäume so wichtig sind

Solche Bäume sind selten geworden: Entweder werden sie früh als Wertholz gefällt — oder aus Sicherheitsgründen entfernt. Doch mit jedem gefällten Altbaum verlieren wir einen komplexen Mikrokosmos, den Tiere über Jahrzehnte nutzen.

Ein anderer Weg: Erhalten statt entfernen

Zusammen mit den Verantwortlichen des Schlossparks Haus haben wir entschieden, hier bewusst einen anderen Weg zu gehen. Wir pflegen die Linde regelmäßig, sichern sie fachgerecht — und erhalten sie als ökologisch wertvollen Baum für viele Tierarten.

Nehmen Sie sich einen Moment der Stille. Entdecken Sie, wer noch in den Spechtlöchern wohnt — vielleicht sehen Sie bei Dämmerung sogar eine Fledermaus? Und halten Sie Abstand: um den Tieren ihren Lebensraum zu lassen und um sich selbst — besonders bei starkem Wind — zu schützen.